Drohnen-Flugbuch: Pflicht, Inhalt und kostenlose Vorlage
Die kurze Antwort vorweg, weil sie sich hartnäckig falsch herumspricht: In der offenen Kategorie — also bei fast allem, was privat geflogen wird — schreibt dir niemand ein Flugbuch vor. Die EU-Drohnenverordnung verlangt dort Registrierung, Kompetenznachweis und Versicherung, aber keine Aufzeichnung deiner Flüge.
In der speziellen Kategorie sieht es anders aus: Da ist die Aufzeichnung Pflicht, und zwar über drei Jahre.
Und dann gibt es den Bereich dazwischen, in dem die meisten Piloten landen — kein Zwang, aber jede Menge Situationen, in denen ein Flugbuch plötzlich das einzige ist, was du vorzeigen kannst. Um den geht es auf dieser Seite.
Ist ein Drohnen-Flugbuch Pflicht?
Das hängt allein an der Betriebskategorie, nicht am Gewicht der Drohne und nicht daran, ob du privat oder gewerblich fliegst.
Offene Kategorie (A1, A2, A3): nein
Der Anhang der EU-Verordnung 2019/947 regelt für die offene Kategorie Betriebsverfahren, Abstände, Höhen und die Pflichten des Fernpiloten vor dem Start. Eine Aufzeichnungspflicht steht dort nicht. Wer mit einer 250-g-Drohne im Park fliegt oder mit A2-Zeugnis näher an Menschen heran, muss also kein Buch führen.
Eine Einschränkung: Fliegst du mit einer Einzelerlaubnis — etwa einer Erlaubnis nach § 21h LuftVO, um in einer Geozone zu starten — dann können in den Nebenbestimmungen dieser Erlaubnis sehr wohl Auflagen zur Dokumentation stehen. Das steht dann in deinem Bescheid, nicht in der Verordnung. Lies ihn.
Spezielle Kategorie: ja, drei Jahre lang
Sobald du in der speziellen Kategorie unterwegs bist — Betriebserklärung nach Standardszenario, Betriebsgenehmigung nach SORA oder LUC — gilt UAS.SPEC.050. Dort ist der Betreiber verpflichtet, Aufzeichnungen zu führen und mindestens drei Jahre aufzubewahren, und zwar über drei Dinge:
- Qualifikationen des Fernpiloten und des übrigen beteiligten Personals — Schulungen, Nachweise, Auffrischungen.
- Instandhaltung des Drohnensystems — was wann gewartet, getauscht oder repariert wurde.
- Den Betrieb selbst — die durchgeführten Flüge, ausdrücklich einschließlich ungewöhnlicher technischer oder betrieblicher Ereignisse, plus alles Weitere, was in deiner Betriebsgenehmigung gefordert wird.
Der dritte Punkt ist das, was man landläufig Flugbuch nennt. Und weil die Behörde diese Unterlagen sehen darf, ohne sich vorher anzukündigen, nützt ein Flugbuch wenig, das in einer Schublade in einem anderen Bundesland liegt.
Gewerblich fliegen ist keine eigene Kategorie
Ein verbreiteter Irrtum: „gewerblich“ sei automatisch die spezielle Kategorie. Ist es nicht. Ob du für Geld fliegst, ist der EU-Verordnung egal — sie fragt nur nach dem Risiko des konkreten Fluges. Ein bezahlter Immobilienflug über einem leeren Grundstück kann A3 sein und braucht kein Flugbuch; eine private Aufnahme über einer Menschenmenge ist speziell und braucht eines.
Wer gewerblich fliegt, führt trotzdem meist Buch — nur aus einem anderen Grund: Ohne Datum, Ort und Dauer lässt sich weder eine Rechnung sauber belegen noch ein Auftrag nachvollziehen.
Warum ein Flugbuch auch ohne Pflicht sinnvoll ist
Vier Situationen, in denen Piloten hinterher froh sind, etwas aufgeschrieben zu haben.
Der Schadensfall. Deine Drohnen-Haftpflicht ist in Deutschland Pflicht, auch unter 250 Gramm. Meldest du einen Schaden, will der Versicherer wissen, wann, wo und wie lange geflogen wurde und wer gesteuert hat. Ein Eintrag, der am selben Tag entstanden ist, wiegt anders als eine Erinnerung von vor acht Monaten.
Die Nachfrage von außen. Eine Beschwerde aus der Nachbarschaft, eine Anfrage der Polizei, ein Grundstückseigentümer, der wissen will, wer da über sein Dach geflogen ist. Mit Datum, Uhrzeit, Startpunkt und Flugdauer ist das in zwei Minuten geklärt.
Die Wartung. Akkus altern nach Ladezyklen, Motoren und Propeller nach Betriebsstunden. Ohne Summe über alle Flüge weißt du nicht, ob ein Akku bei 40 oder bei 180 Zyklen steht — und tauschst ihn entweder zu früh oder einmal zu spät.
Der eigene Fortschritt. Für das A2-Zeugnis erklärst du selbst, praktisch geübt zu haben. Verlängern musst du A1/A3 und A2 alle fünf Jahre, Flugstunden verlangt das LBA dafür nicht. Aber wer nach einem Jahr sieht, dass er zwölf Flüge über 90 Minuten gemacht hat, schätzt sich selbst realistischer ein als jemand, der glaubt, er fliege „ständig“.
Was gehört in ein Drohnen-Flugbuch?
Es gibt keine vorgeschriebene Form. Für die spezielle Kategorie nennt die Genehmigung, was zusätzlich gefordert ist; für alle anderen hat sich folgender Satz an Feldern bewährt.
Der Grundeintrag — das Minimum, das immer Sinn ergibt:
| Feld | Warum |
|---|---|
| Datum und Startzeit | Ordnet den Flug eindeutig zu, auch bei mehreren am Tag |
| Drohne | Bei mehr als einer Drohne die Voraussetzung für jede Wartungsrechnung |
| Ort | Ortsname plus Koordinaten — der Name allein ist bei Feldwegen wertlos |
| Flugdauer in Minuten | Grundlage für Betriebsstunden und Akkuzyklen |
| Notiz | Wetter, Zweck, Besonderheiten |
Zusätzlich, sobald es formeller wird:
| Feld | Warum |
|---|---|
| Betriebskategorie | A1, A2, A3 oder speziell — die Frage, die als Erstes kommt |
| Verantwortlicher Fernpilot | Relevant, sobald mehr als eine Person fliegt |
| Zwischenfälle | In der speziellen Kategorie ausdrücklich gefordert |
| Genehmigung / Aktenzeichen | Verbindet den Flug mit der Erlaubnis, unter der er stattfand |
Was nicht hineingehört: Klarnamen und Fotos unbeteiligter Personen. Ein Flugbuch ist ein Betriebsnachweis, keine Beobachtungsakte.
Kostenlose Vorlage zum Herunterladen
Zwei Formate, beide ohne Anmeldung:
- Drohnen-Flugbuch als PDF — A4 quer, eine Zeile pro Flug, ausdrucken und in den Rucksack. Für alle, die lieber vor Ort mit dem Stift schreiben.
- Drohnen-Flugbuch als CSV — Kopfzeile plus Beispielzeile, öffnet sich direkt in Excel, Numbers oder LibreOffice. Semikolon getrennt, UTF-8 — also keine zerschossenen Umlaute.
Die CSV-Datei hat absichtlich dieselben Spalten wie der Export aus Hoverpoint. Wer später von der Tabelle in die App wechselt, importiert seine bisherigen Flüge, statt sie abzutippen.
Papier, Tabelle oder App?
| Papier | Tabelle | App | |
|---|---|---|---|
| Vor Ort ausfüllen | gut | mühsam | gut |
| Koordinaten erfassen | von Hand | von Hand | automatisch |
| Summen und Statistik | nein | mit Formeln | automatisch |
| Bei Verlust weg | ja | je nach Sicherung | Cloud-Backup |
| Vorzeigbarer Ausdruck | ist schon einer | mittelmäßig | PDF auf Knopfdruck |
| Kosten | Druckkosten | keine | keine |
Ehrlich: Für zehn Flüge im Jahr reicht Papier. Ab der zweiten Drohne, ab Flügen unter Erlaubnis oder sobald jemand nach Betriebsstunden fragt, wird das Nachrechnen von Hand lästig.
Das Flugbuch in Hoverpoint
Das Flugbuch ist in Hoverpoint kostenlos — Einträge, Liste, Statistik, PDF- und CSV-Export ohne Pro. Pro sind nur die vier erweiterten Felder (Betriebskategorie, verantwortlicher Fernpilot, Zwischenfälle, Genehmigungsbezug), also genau das, was du brauchst, wenn du das Buch bei Behörde oder Versicherung vorlegst.
Ein Flug kommt auf drei Wegen hinein:
- Von Hand — Datum, Drohne, Ort, Dauer. Vier Felder, fertig.
- Nach dem Flug automatisch vorgeschlagen. Beendest du auf der Karte „Ich fliege hier“, fragt die App, ob der Flug ins Buch soll — Startzeit, Dauer, Position und die aktive Drohne sind schon eingetragen. Du prüfst und speicherst. Flüge unter einer Minute werden nicht angeboten, damit ein Fehlgriff auf den Schalter kein Buch verschmutzt.
- Aus einer geflogenen Wegpunkt-Route — Startpunkt, Name und verknüpfte Drohne werden übernommen, die Dauer trägst du ein.
Was danach passiert:
- Ort aus Koordinaten. Ein Tipp macht aus 50,0821 / 8,4903 den Ortsnamen. Lässt du das Ortsfeld leer, schlägt die App beim Speichern still nach.
- Alle Flüge auf der Karte. Gruppiert nach Startort mit Zähler — man sieht auf einen Blick, wo man eigentlich fliegt und wo seit zwei Jahren nicht mehr.
- Jahresrückblick. Flüge, Flugzeit, Drohnen, längster Flug — je Jahr oder über alles.
- Export als PDF und CSV. Das PDF ist A4 quer und enthält Pilotenname, Zeitraum, Flugzahl und Gesamtflugzeit im Kopf; die Pro-Spalten erscheinen nur, wenn sie auch gefüllt sind. Das CSV ist das Format für die eigene Auswertung.
- Als Bild teilen. Einzelner Flug oder Jahresbilanz als Kachel fürs Netz, mit gezeichnetem Flugpfad.
- Cloud-Backup. Auf Wunsch verschlüsselt gesichert und auf einem neuen Gerät wiederhergestellt. Ein Flugbuch, das mit dem Handy verloren geht, ist keins.
Bestehende Flüge importieren
Im Browser unter web.hoverpoint.info liest Hoverpoint bestehende Aufzeichnungen ein — mehrere Dateien auf einmal:
- Airdata-CSV
- DJI- und PhantomHelp-CSV
- OpenDroneLog (deutsche und englische Kopfzeilen)
- den eigenen Hoverpoint-Export
Dabei werden Dubletten erkannt (gleicher Start auf die Minute, gleiche Drohne — sowohl gegen den Bestand als auch innerhalb der Dateien), die Drohne mit deinem Hangar abgeglichen und Kennzahlen wie Höhe, Strecke und Höchstgeschwindigkeit als Zeile in die Notizen übernommen. Ortsnamen lassen sich beim Import in einem Rutsch nachschlagen.
Rohe DJI-Logdateien (.txt, .dat) kann Hoverpoint nicht lesen und sagt das auch — dafür brauchst du erst einen Umweg über Airdata oder PhantomHelp, die daraus eine CSV machen.
Importierte Flüge landen über das Cloud-Backup auch in der App.
Häufige Fragen
Ist ein Flugbuch für Drohnen in Deutschland Pflicht?
In der offenen Kategorie nein. In der speziellen Kategorie ja: Der Betreiber muss Aufzeichnungen über die Flüge führen und mindestens drei Jahre aufbewahren. Eine Einzelerlaubnis kann zusätzlich Auflagen enthalten — das steht im Bescheid.
Wie lange muss ich ein Drohnen-Flugbuch aufbewahren?
In der speziellen Kategorie mindestens drei Jahre. Das gilt genauso für Wartungsnachweise und für die Qualifikationsnachweise der beteiligten Personen.
Brauche ich als gewerblicher Drohnenpilot ein Flugbuch?
Nicht allein deshalb, weil du Geld nimmst — die EU-Verordnung unterscheidet nach Risiko, nicht nach Gewerbe. Praktisch führen die meisten eines, weil Rechnungen, Aufträge und Wartungsintervalle sonst schwer zu belegen sind.
Was muss in einem Drohnen-Flugbuch stehen?
Eine feste Form gibt es nicht. Bewährt haben sich Datum, Startzeit, Drohne, Ort mit Koordinaten, Flugdauer und eine Notiz — und sobald es formeller wird zusätzlich Betriebskategorie, verantwortlicher Fernpilot, Zwischenfälle und der Bezug zur Genehmigung.
Gibt es eine kostenlose Vorlage?
Ja, weiter oben auf dieser Seite als PDF zum Ausdrucken und als CSV für Excel oder LibreOffice. Beides ohne Anmeldung.
Ist das Flugbuch in Hoverpoint kostenlos?
Ja. Einträge, Statistik sowie PDF- und CSV-Export sind frei. Pro sind nur die erweiterten Felder Betriebskategorie, verantwortlicher Fernpilot, Zwischenfälle und Genehmigungsbezug.
Kann ich meine Flüge aus Airdata oder DJI übernehmen?
Ja, über die Web-App als CSV — Airdata, DJI/PhantomHelp, OpenDroneLog und der eigene Hoverpoint-Export. Rohe .txt- oder .dat-Logs aus der DJI-App gehen nicht.
Muss ich Flugstunden nachweisen, um den Drohnenführerschein zu verlängern?
Nein. A1/A3 und A2 gelten fünf Jahre; verlängert wird online über das LBA-Konto, per Auffrischungsschulung oder erneuter Prüfung. Flugstunden verlangt das LBA dafür nicht.
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Hinweis: Diese Seite fasst den Stand September 2026 zusammen und ersetzt weder Rechtsberatung noch eine behördliche Freigabe. Verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften.
Zum Weiterlesen
Der Drohnen-Leitfaden: 246 Seiten, kostenlos
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